Liegenschaft Bachlettenstrasse, Basel

Umbau und Sanierung Mehrfamilienhaus

Planung/Ausführung: 2013–2016
Bauschaft: Anfos Immobilien AG p/a UBS Fund Management

 

Bauleitung: Stepanoski Baumanagement, Neuenhof
Statik: Frei Ingenieure, Basel
Elektro: Bretscher Söhne AG, Basel
HLK: Ingenieurbüro Stefan Graf, Basel
Sanitär: Schmutz + Partner AG, Basel
Bauphysik & Akustik: Gartenmann Engineering AG, Basel

 

Die Liegenschaft Bachlettenstrasse 47 ist im urbanen Kontext wohl situiert. Sie liegt im Grossbasel im Bachlettenquartier, 4054.
Das Gebäude bildet den Schlussstein des Blockrandes entlang der Bachlettenstrasse in Richtung Basler Zoo. Hierfür spricht die höchst unglaubliche Lage mit direktem Blick in die exotischen Tierwelten.
Auf dem Balkon stehend ist eine Rundumsicht beginnend mit dem Blick in die Stadt, über die Gleisfelder des Bahnhofs Basel bis hin in den Jura mit Wartenberg und Blauen.
Dieser spezielle Ort, dieses einzigartige Gebäude lässt einem, die 1950er Jahre mit St. Tropez und BB vom Balkon aus winkend, anmuten.
Die Bachlettenstrasse 47 ist ein 1964 fertiggestelltes Mehrfamilienhaus mit 16 Mietwohnungseinheiten, großzügigen Mieterkellern und einem Veloabstellraum. Der Wohnungsspiegel zeigt sich mit sieben 1 ½, fünf 3 ½, drei 4 ½ Zimmer–Wohnungen sowie einer großzügigen 4 ½ Zimmer–Attikawohnung, in einer über mehrere Generationen funktionierendem ausgewogenen Mix.
Zum Beginn der 1990er Jahren wurde die Liegenschaft energetisch saniert, die Außenhaut erhielt neue Kunststofffenster (2IV) und wurde mit 100mm aufgedämmt.
Ansonsten wurden in den vergangenen 50 Jahren kaum werterhaltende noch wertsteigernde Maßnahmen getätigt.
Ein Abbruch der Baute steht aufgrund der geringeren Ersatzneubau–Ausnutzung nicht zur Diskussion (Potenzial– und Machbarkeitsstudie, im Dezember 2013, rsa).
Die Bausubstanz ist außer der undichten Dachkonstruktion gut. Die haustechnischen Installationen und Anlagen sind höchst sanierungsbedürftig.
Die Wohnungsgrundrisse bestechen durch ihre Grundstruktur und ihr Potenzial mit pointierte Eingriffen ohne Verminderung der Wohnungsanzahl, sie in die heutigen Ansprüchen und Bedürfnisse zu transformieren.

 

Im Untergeschoss werden sämtliche haustechnische Installationen und Anlagen erneuert. Die heute bestehende Gasheizung wird durch, eine Erdsonden betriebene Wärmepumpe ersetzt. Ein Anteil des Stromes wird mittels einer PV–Anlage auf dem Dach erzeugt und ins öffentliche Netz eingespiesen. Diese Interventionen führen zum Verzicht der Kaminanlage der bestehenden Gasheizung und resultiert eine neue behinderten gerechte Liftkabine; ein zusätzlicher Beitrag um den heutigen Bedürfnissen der gewünschten Mieterschaft gerecht zu werden.
Die Mieterkeller können mit Einbezug des Tank–und Abstellraumes in ihrer Fläche erheblich vergrößert werden.
Die Waschküche wird mit drei neuen Wasch/Tumblertürmen ausgerüstet. Zusätzlich zum Trocknen der Wäsche steht ein Trocknungsraum mit –gerät zur Verfügung.
Sämtliche Wohnungen gewinnen durch den Umbau der Sanierung an Großzügigkeit und Attraktivität.
Die Wohnungseingänge sowie die Brandabschnitte erhalten neue, den heutigen Ansprüchen entsprechende Türen und Abschlüsse.
Im Sockelgeschoss werden die Räume für Velos und die Mieterkeller erhalten. Die baulichen Interventionen werden in der drei typologisch unterschiedlichen 1 ½ Zimmer–Wohnungen getätigt; ein neues Bad/WC, ein neues Bad mit separatem WC, neuer zeitgenössischer Küche und neue Fenster, Schiebefenster, welche die situative Aussichtsqualität erheblich verbessern zu vermögen. Zusätzlich erhalten diese Wohnungen ihren definierten, klar zugewiesenen gedeckten Aussenbereich.
Das Eingangsgeschoss, ein Hochparterre erhält einen neuen Windfang, eine Anpassung an die heutigen Ansprüche und Bedürfnisse.
Die, ans Nachbarhaus anschließende 3 ½ Zimmer–Wohnung erhält neu, zwei gleich große Zimmer, ein Tages–WC sowie ein neues Bad/WC und eine neue zeitgemäße Küche.
Jeder Wohnung, ab dem Eingangsgeschoss, steht in Zukunft ein gedeckter, räumlich dem Wohnen zugewiesener, gedeckter Außenbereich zu. Diese Balkone können mittels den Glasbrüstungen und der Schiebetüren optisch wahrnehmbar vergrößert werden.
Sämtliche Zimmer entlang der Bachlettenstrasse erhalten zu Gunsten des rückgebauten Balkons Blumenfenster, von welchen ein besonderer Blick in den urbanen Kontext möglich ist. Diese Fenster potenzieren das Spezielle dieser Liegenschaft und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivität des Strassenraum bei.
Den am Kopf des Gebäudes angeordneten Wohnungen mit 3 ½ Zimmern wird ein neues Tages–WC eingeschrieben. Das ehemalige Bad und die Küche werden in der Grundrissanordnung beibehalten und in zeitgenössische, den heutigen Ansprüchen gerecht werdenden Bereiche überführt.
Den 4 ½ Zimmer–Wohnungen wird die Typologie des Durchwohnens, das Partizipieren von Strassenraum und Weitblick eingeschrieben. Mittels einer Schiebetür ist ein klassisches Unterteilen möglich.
Die Attikawohnung erfährt einen Refresher der besonderen Art. Das Lebensgefühl ist die Prämisse dieser Wohnung. Eine offene Feuerstelle eingebunden in eine im Herzen des Wohn–/Essbereichs stehende Skulptur vermittelt das Gefühl von Geborgenheit und Extravaganz. Das eingeschriebene Tages–WC dient der Grundrissgestaltung und vermag die weitestgehend fließenden Erlebnisströme zu definieren. Mit der neugeschaffenen Badewelt, ein aus der Badewanne möglichen freien ungestörten Blick in die Juraketten sowie eine Abkühlung unter einem Wasser/Lichtfall verhelfen der Mieterschaft zu ungewöhnlichen Momenten.
Mit der Möglichkeit auf das Dach steigen zu können und dort im Anwesen eines gepflegten Rasens die Sonnenuntergänge unter exotischen Tierlauten genießen zu können, schafft über den Dächern von Basel ein einzigartiges Erlebnis.